Tagesgeschehen vom Freitag - 17. Mai

„Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit“ - Von der Freude am Vorläufigen

Pastorin Christin Eibisch schenkte der Konferenz eine schöne Zeit mit ihren Worten und der Gestaltung des Konferenzreferates. Was der Prediger seinen Schülern ans Herz legt, stellt menschliches Leben ins helle Licht der Gegenwart, Herz und Verstand und die Augen sehend machen für Gottes Schönheit und uns berührt. Ganz praktisch die Frage der Referentin: Wie schön wird euch Gott, wenn Ihr in eurer Gemeinde zusammenkommt? Was gibt es da zu entdecken? Wie sieht die Schönheit Gottes in Eurer Gemeinde aus? Und: Färbt sich seine Schönheit auf Euch ab?“ Also: die Schönheit der Gemeinde im Herzen und im Blick! Auch und gerade in ihrer Unvollkommenheit ihre Vollkommenheit zu erfahren als gegenwärtig, befreiend, geschehend, nachdenkend wie der Physiker Carlo Rovelli oder die Gestalter der Himmelsscheibe von Nebra vor ca. 4000 Jahren um den Zeitpunkt für Saat und Ernte herauszufinden. Augustin, Kirchenlehrer, der in jedem Geschehen „Ewigkeit“ erkannte, das Zuhause der Zeit in der Seele. Und der Geigenbauer Martin Schleske sinnt über sein Tun nach und notiert: „Wir sind immer Werdende“ und erkennt, dass „das Leben ist in all seiner Vorläufigkeit Anfang der Vollkommenheit …“. Dass Gott den Menschen die Ewigkeit ins Herz gelegt hat, öffnet ihm einen Horizont der Freiheit zum Forschen und Schaffen. Dabei bleibt Gott „innerhalb des für den Menschen Erkennbaren und Begreifbaren immer und ewig unbegreiflich und unverfügbar“, gerade in seiner Liebe, mit der er für uns brennt und die uns fragt; „Wofür brennst Du? Wie willst du mir deine Liebe zeigen?!“ Diese Frage wird nicht zur Auflage, sondern nimmt das Glück ins Visier, es zu „genießen und aufmerksam Ausschau halten“.

Dazu gab es für alle eine Süßigkeit zum Gaumengenuss wie schon vorher Musik von Mozart als Ohrenschmaus, samt dem Lied von Gerhard Schöne „Ganz einfach“, eben „Hier und Jetzt präsent zu sein“. Auch „Gegenpole und Gegensätze“ gehören dazu und wir tun gut daran, uns mit endgültiger Bewertung zurückzuhalten. Das Referat fand echte Resonanz und im Nachgang gab es gute Zeit, seine Töne, im Gespräch nochmals zum Klingen zu bringen.
TR


Noch schöner – Konferenz diskutiert!

Mit dem Ergebnis der Wahl der beiden Delegierten an die Generalkonferenz startete die Konferenzsitzung am Freitagnachmittag. André Günther, Laienmitglied vom Gemeindebezirk Schönheide/Stützengrün und Pastor Werner Philipp D.min, designierter Superintendent des Zwickauer Distriktes, nehmen diese Aufgabe wahr.

Stefan Feustel, Bürgermeister von Wilkau-Haßlau, grüßte die Konferenz und hieß die Delegierten herzlich in seiner Stadt willkommen. Mit Blick auf die wirtschaftliche Situation der vielfältigen Zehntausendeinwohnerstadt empfahl er den Konferenzmitgliedern und ihren Gästen die Produkte eines ortsansässigen Süßwarenherstellers. Besonders am Herzen jedoch lag ihm eine auch in der Kommune aktuelle Herausforderung. Weil die Menschen immer weniger miteinander redeten und stattdessen übereinander, entstehen große Probleme im Zusammenleben. Was früher mit einem kurzen Gespräch über den Gartenzaun geregelt wurde, wird heute über soziale Netzwerke verbreitet oder auf Ämter getragen. So bat er die Konferenzmitglieder das miteinander Reden selbst zu üben und wo möglich zu stärken.

Den Bericht des Superintendenten Stephan Ringeis nahm die Konferenz mit großer Dankbarkeit entgegen. Obwohl er seinen Bricht ausdrücklich nicht als Abschlussbericht seiner zehnjährigen Amtszeit verfasste und dies auch in seinen einführenden Worten unterstrich, schwang in den Wortmeldungen dazu fast immer der Dank für die zurückliegenden Jahre mit. So lag an dieser Stelle ein Stück ihrer eigenen Entwicklung der Konferenz vor Augen. Seinerseits dankte Stephan Ringeis seiner Frau und seiner gesamten Familie, wie auch besonderen Weggefährten dieser Zeit, wie z.B. den Schwestern und Brüdern im Kabinett der Zentralkonferenz Deutschland. Er habe es sehr geschätzt, mit welcher Empathie und welchem Kraftaufwand die anstehenden Fragen dort beraten und entschieden werden. Zur Annahme seines Berichtes unterstrich die Konferenz mit langanhaltendem Applaus ihren Dank.
Am 2. Juni wird in der Friedenskirche Zwickau ein Festgottesdienst stattfinden, mit dem das Amt des Superintendenten von Stephan Ringeis, der das Amt 10 Jahre begleitete, auf Werner Philipp übergehen wird.

Die beiden Delegierten an die Generalkonferenz, Pastor Werner Philipp und Steffen Landrock (Laienmitglied des Gemeindebezirkes Leipzig Bethesdakirche), berichteten von ihren Eindrücken zur außerordentlichen Tagung der Generalkonferenz, die vom 23. bis 26. Februar in St. Louis, USA, stattfand. Im außerordentlichen Zusammentreten der Generalkonferenz sollte der Umgang der weltweiten Kirche mit Homosexualität geklärt werden. Dort war mit einer Mehrheit vom 53 % zu 47 % der sogenannte Traditional Plan angenommen worden.
Im Anschluss an die Tagung der Generalkonferenz tagte der Kirchenvorstand der EmK Deutschland, um den weiteren Weg nach den Beschlüssen beraten. Da Superintendent Christhard Rüdiger in seinem Bericht an die OJK aus seiner persönlichen Sicht den Weg beschrieb, den der Kirchenvorstand in dieser Sitzung gegangen war, nahm die Konferenz an dieser Stelle seinen Bericht zur Hand und diskutierten ihn. Dazu nutzte die Konferenz eine neue Gesprächsform, in dem sich das Plenum in kleine Gruppen aufteilte.

Danach nahmen die Konferenzmitglieder den ersten Zwischenbericht des runden Tisches wahr. Dieses Gesprächsforum war auf Initiative des Kirchenvorstandes eingerichtet worden, um Orientierung für den weiteren gemeinsamen Weg der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland zu gewinnen. Wie Geschwister mit unterschiedlichen Grundüberzeugungen beieinander bleiben und gemeinsam lebendige Kirche sein können, ist das Thema dieses runden Tisches.

Nach diesen Schritten folgte eine intensive Diskussion im Plenum mit vielen Gesprächsbeiträgen. Die Konferenzmitglieder suchten in großer Aufmerksamkeit füreinander nach dem, was jetzt zu tun und was gemeinsam zu erreichen ist. In der Art und Weise des Gesprächs schien ein Teil der Antwort darauf auf. So stimmte das Plenum mit großer Mehrheit einem Antrag zu, der den vom runden Tisch begonnenen Weg ausdrücklich unterstützt und zum Mitgehen dieses Weges ermutigt.

Bischof Harald Rückert wandte sich anschließend an die Konferenz und unterstrich, dass wir einander mit unseren Gaben brauchen, um unseren Auftrag zu leben, statt uns durch unsere Verschiedenheit zu blockieren. „Lasst uns einander Gutes unterstellen und dem Misstrauen widerstehen.“ bat er die Konferenzmitglieder.

Vor dem Abendessen nahm die Konferenz mit Dank den Bericht der Kommission für Kircheneigentum und Bau entgegen und hörte das Grußwort von Frank Moritz-Jauk aus Österrreich. Der Lokalpastor aus Graz grüßte aus seiner Jährlichen Konferenz und aus der Zentralkonferenz Mittel- und Südeuropa.
ESÖ


„Strahlen brechen viele aus einem Licht“

So sangen die Konferenzmitglieder und nahmen nach dem Abendessen ihre Sitzung in der sonnendurchfluteten Muldentalhalle wieder auf. Ein weiterer Wahlgang war zu tätigen, da in diesem Jahr - wie alle vier Jahre - durch die Neukonstituierung auch die Arbeitsausschüsse der Konferenz neu besetzt werden.

Nach dem Bericht des Ordentlichen Ausschusses für Kirchenordnung und Rechtsfragen nahm die Konferenz den Bericht der Jugenddelegierten entgegen. Darin bezogen sie sich auch auf ein Zwischenfazit zu den Thesen zu gelebtem Methodismus, die vor drei Jahren durch die Jugenddelegierten aller drei Jährlicher Konferenzen eingebracht worden sind. Sie unterstrichen außerdem die Bedeutung von Hauskreisen für die Gemeindearbeit und wünschten sich ein verstärktes Thematisieren der Kirchenmitgliedschaft durch die Pastorinnen und Pastoren der OJK. Die gelebte Generationengemeinschaft nannten sie als große Stärke der EmK.

Im Bericht des Ordentlichen Ausschuss für christliche Erziehung wurde die vielfältige und von vielen getragene und begleitet Arbeit des Kinder- und Jugendwerkes der OJK deutlich. Auch der Vorstand des Kinder- und Jugendwerkes wird im neuen Jahrviert in neuer Zusammensetzung arbeiten. So galt ein besonderer Dank denen, die sich hier in der Vergangenheit engagiert haben.

Die Arbeit der Diakoniewerke und ihrer verschiedenen Einrichtungen, der Bildungs- und Begegnungsstätte Schwarzenshof, und der mit der OJK verbundenen Suchthilfeeinrichtungen bzw. Suchtselbsthilfe kamen mit dem Bericht des Ordentlichen Ausschusses für Soziale Dienste vor das Plenum. Erinnert wurden die Gemeinden an die Kollekte für den Fond Gemeindediakonie.

Der Ordentliche Ausschuss für Laientätigkeit und Erwachsenenbildung unterstrich den Dank an Claudia Schulz für 35 Jahre Arbeit im Frauenwerk der OJK. Dieser Dank wird im Konferenzfrauengottesdienst am morgigen Samstagnachmittag in der Zwickauer Friedenskirche seinen Ausdruck finden.

Stephan Ringeis wird zukünftig hauptamtlich die Aufgabe des Sendebeauftragten der Freikirchen beim MDR wahrnehmen und außerdem im Nebenamt die Beauftragung für Öffentlichkeitsarbeit und der Rundfunkarbeit der OJK wahrnehmen. Dies hat nach Vorschlag des Ordentlichen Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit die Konferenz bestätigt. Christina Posdzich, die 12 Jahre Beauftragte für Rundfunkarbeit der OJK war, wurde für ihr großes Engagement an dieser Stelle herzlich gedankt.

Von der Norddeutschen Jährlichen Konferenz grüßte Pastor Thomas Steinbacher (Berlin) die Konferenzmitglieder. Er zeigte sich bewegt von der Aussprache im Plenum der OJK an diesem Nachmittag und gab Anteil an dem, was die NJK zu ihrer Tagung in einem Monat in Braunfels bewegen wird. Außerdem schlug er nach Vorlage der Vereinshymne des Fußballclubs Union Berlin eine Hymne für die OJK vor, was die Konferenzmitglieder mit Applaus begrüßten.

Mit dem Abendgebet beschloss die Konferenz einen gut gefüllten Arbeitstag und legte ihn in Gottes Hand zurück. „Lass in unser Haus Deine einfache Gegenwart einziehen, denn dann werden wir reich sein.“, lautete eine Bitte aus dieser Andacht.
ESÖ